Um ein Schattenfugenprofil für Gipskarton auszuwählen, beginnen Sie mit der Fläche (Decke, Wand oder Boden), der sichtbaren Fugenbreite oder -höhe und der Frage, ob der Anschluss LED-Licht aufnehmen soll. Danach gleichen Sie die bemaßte Zeichnung des Profils mit Ihrem Plattenaufbau ab. Unsere Produktdaten nennen sichtbare Maße, nicht eine passende Plattendicke – klären Sie die Plattenlagen deshalb vor der Bestellung anhand der Zeichnung auf der Produktseite oder mit uns.
Im Folgenden lesen Sie, wie das Profil an die Platte anschließt, was die Produktdaten aussagen und was nicht, und welche Fragen geklärt sein sollten, bevor das Profil auf die Baustelle kommt.
Wie ein Schattenfugenprofil an die Platte anschließt
Ein Schattenfugenprofil ist Teil der Plattenoberfläche und wird nicht nachträglich aufgesetzt. Wie in unserem Ratgeber zu Schattenfugenprofilen beschrieben, folgt die Montage bei jeder Familie demselben Ablauf:
- Das Profil wird in der vorgegebenen Flucht und Höhe an Unterkonstruktion, Untergrund oder Platte befestigt, nach der Montageanleitung für dieses Profil.
- Der gelochte Flansch wird in Fugenspachtel eingebettet, mit Fugendeckstreifen abgedeckt und bündig zur Platte gespachtelt.
- Die Fläche wird fertiggestellt und gestrichen; die Profilkante hält die Schattenlinie gerade.
Ein Teil jedes Profils sitzt also hinter oder in der Platte, und nur die Fuge bleibt sichtbar. Wegen dieses verborgenen Teils kommt es auf den Aufbau an. Das schlanke LPA126 mit seiner 6-mm-Schattenlinie ist als bündig mit der Gipskartonplatte einzuspachteln angegeben. Am anderen Ende des Deckensortiments ist AST45 in die Decke eingelassen und eingespachtelt, mit 45 mm sichtbarer Breite, 42 mm sichtbarer Höhe und 68 mm Profilhöhe. Die Deckenkonstruktion muss das ganze Profil aufnehmen, nicht nur den sichtbaren Teil.
Was die Produktdaten aussagen
Jede Profilseite nennt die Maße, die die Fuge definieren. Welches Maß angegeben ist, hängt von der Familie ab:
| Familie | Angegebenes Maß | Spanne im Katalog | Montagehinweis in den Daten |
|---|---|---|---|
| Deckenprofile | Breite, Schattenlinie oder sichtbare Breite | 6 mm bis 45 mm | Eingespachtelt; bildet eine Schattenfuge zwischen Decke und Wand |
| Verdeckte Wandprofile | Höhe | 40, 60 und 91 mm | Vor dem Fertigstellen hinter der Gipskartonplatte montiert |
| Bodenprofile | Höhe | 20 mm bis 100 mm | Am Wandfuß eingelassen, ersetzen die Sockelleiste |
| Einbau-Vorhangschiene | Aussparungstiefe | Ca. 80 mm bei KA2 | In die Gipskartondecke eingelassen |
Nicht angegeben sind die Plattendicke oder die Zahl der Plattenlagen je Profil. Gibt es auf der Produktseite eine bemaßte Zeichnung, gleichen Sie das Profil damit mit Ihrem Schnitt ab. Gibt es keine, fragen Sie uns. Zeichnungen und Montagehinweise senden wir auf Anfrage; unser Ziel ist es, innerhalb eines Werktags zu antworten.
Das Profil Schritt für Schritt auswählen
1. Fläche
Decke, Wand und Boden haben jeweils eine eigene Profilfamilie. Eine Fuge zwischen Wand und Decke braucht ein Deckenprofil. Eine Schattenfuge, ein Plattenstoß oder eine flächenbündige Türzarge in einer Gipskartonwand braucht ein verdecktes Wandprofil. Ein Anschluss zwischen Wand und Boden ohne Sockelleiste braucht ein Bodenprofil.
2. Fugenmaß
Das Fugenmaß bestimmt, wie stark der Schatten wirkt. Eine 6-mm-Linie ist ein feiner, fast grafischer Schatten. Breitere Fugen von 25 bis 45 mm wirken als bewusste architektonische Linie, und jedes Deckenprofil in diesem Bereich hat einen LED-Kanal. Wählen Sie die Fuge nach Plan und Raum, nicht nach dem Foto eines anderen Projekts.
3. Licht
Soll der Anschluss auch Licht geben, wählen Sie ein LED-fähiges Profil mit integriertem LED-Kanal und passendem einclipsbarem Diffusor. LPA126 zum Beispiel hat keinen LED-Kanal, AST45 schon. Bei LED-fähigen Profilen müssen außerdem die Positionen von Netzteilen und Revisionsöffnungen geplant sein, bevor beplankt wird.
4. Aufbau
Vergleichen Sie die Profilzeichnung mit der tatsächlichen Konstruktion: die Unterkonstruktion, Anzahl und Art der Plattenlagen und bei eingelassenen Profilen die Tiefe des Deckenhohlraums. Eine Einbau-Vorhangschiene wie KA2 mit ihrer Aussparung von etwa 80 mm erinnert daran, dass der Hohlraum geprüft und nicht vorausgesetzt werden muss.
5. Länge und Oberfläche
Die Profile gibt es je nach Profil in Standardlängen von 2,5, 2,6 und 3,0 m und in den Oberflächen, die auf der jeweiligen Produktseite angegeben sind. Planen Sie bei langen Verläufen die Stoßpositionen vor der Bestellung.
Fragen zum Plattenaufbau, die vor der Bestellung geklärt sein sollten
Bevor bestellt wird, sollten Plan oder Baustelle für jeden Anschluss diese Fragen beantworten:
- Plattenlagen. Einfache oder doppelte Beplankung am Anschluss sowie Plattentyp und -dicke laut Plattenhersteller.
- Unterkonstruktion. Woran das Profil befestigt wird: Metall- oder Holzunterkonstruktion, ein massiver Untergrund oder die Platte selbst – je nachdem, was die Montageanleitung für dieses Profil zulässt.
- Deckenhohlraum. Bei eingelassenen Deckenprofilen und Vorhangschienen: ob der Hohlraum tief genug für die volle Profilhöhe ist.
- Fertige Oberfläche. Anstrich, Spachtelung oder Fliese neben der Fuge. Messen Sie zur fertigen Oberfläche ein, nicht zur rohen Platte.
- Ecken und Enden. Wie Innenecken, Außenecken und offene Enden jedes Verlaufs ausgebildet werden. Fragen Sie uns nach den Montagehinweisen für das Profil.
- Installationen. Bei LED-Profilen: Kabelwege, Netzteilpositionen und Revisionsöffnungen, abgestimmt mit der Elektrofachkraft.
Typische Fehlanpassungen
Die meisten Probleme mit Schattenfugen im Gipskarton entstehen durch ein Profil, das gewählt wurde, bevor der Aufbau feststand. Die üblichen Fälle:
- Das Profil wurde nach einem Bild ausgewählt. Die sichtbare Fuge stimmt, aber der verborgene Teil passt nicht zur Konstruktion.
- Der Aufbau hat sich spät geändert. Eine zweite Plattenlage oder ein anderes Ständersystem kam nach der Profilbestellung hinzu, und niemand hat das Profil erneut geprüft.
- Eingemessen wurde zur rohen Platte. Die Fuge steht am Ende vor oder hinter der fertigen Oberfläche.
- Für das LED-Profil gibt es keinen Plan für das Netzteil. Die Lichtlinie ist eingebaut, aber für das Netzteil bleibt keine zugängliche Stelle.
Jeder dieser Fehler lässt sich im Plan günstiger beheben als auf der Baustelle. Unser Artikel zur Ausschreibung von Schattenfugenprofilen zeigt, wie Sie Profil, Aufbau und Einmessung so festhalten, dass der Verarbeiter das Richtige bestellt.
Verarbeiter und andere gewerbliche Kunden können eine kostenlose Musterbox anfordern. Die Profilabschnitte darin lassen sich an den tatsächlichen Plattenaufbau halten, bevor ein Profil in die Pläne übernommen wird.



